Liebe Sternsinger: Liebe ist leider keine Antwort

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Sternsinger 2018

Lesezeit: 3 Min.

So ihr Lieben, die erste Woche des neuen Jahres ist geschafft und was wir jetzt schon festhalten können ist die Tatsache, dass sich richtige Probleme nicht über Nacht, nicht mit guten Vorsätzen und auch nicht durch die Sternsinger lösen lassen.

RANDALE-BRÜDER

Schon in der Silvesternacht zeigte sich nämlich wieder die hässliche Seite der Gesellschaft. Überall im Land wurden Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungssanitäter attackiert, was anscheinend zum neusten Volkssport avanciert. Alleine die Berliner Feuerwehr zählte „8 Angriffe auf Einsatzkräfte (u.a. Bedrohung mit Schusswaffen) und 57 Angriffe auf Einsatzfahrzeuge mit erheblichen Sachschäden“, was die Helfer zurecht „sehr nachdenklich und betroffen“ macht.

In Leipzig lief das Ganze unter dem Motto „Gegen staatliche Repression und Polizeigewalt“. Aha. Gewalt gegen Gewalt. Ist das so etwas wie „Auge um Auge“? Wie du mir so ich dir? Die Medien sprechen bei so etwas dann immer von Randalierern, als wenn jemand einen Tisch umgeworfen hätte. Aber Randalierer klingt natürlich besser, als „verschissenes Dreckspack“, was mir dabei eher in den Sinn kommt.

Solche „Randalierer“ sind der gleiche Abschaum, wie die rechtsversifften Menschenfeinde auf der anderen Seite. Wie lange will sich unsere Gesellschaft das eigentlich noch gefallen lassen, wo doch alle Seiten unser friedliches Miteinander bedrohen? Könnten wir unsere eigenen Extremisten nicht gleich mit abschieben? Ich bezahl’ auch den Flug!

Woher derartige Auswüchse kommen, brauchen wir nicht lange zu erörtern: Man nehme eine kaputtgesparte Sozialpolitik, eine watteweiche Rechtsprechung und den asozialen Umgangston, den uns die Freunde des Abendlandes beschert haben. Das Ganze gepaart mit einem ausufernden Egoismus und dem ständigen Verlangen, seinen ganzen Bullshit in die „sozialen Medien“ hochzuladen. Heraus kommen dann Vollpfosten, die sich höchstens noch um die Sintflut kümmern – sofern sie denn überhaupt wissen, was das bedeutet.

IST DAS POLITIK ODER KANN DAS WEG?

Apropos Vollpfosten: Den Preis für den asozialsten Politiker darf ich diese Woche der AfD verleihen. Deren Abgeordneter Jens Maier hatte mit seinem „Halbneger“-Tweet über den Becker-Sohn für ordentlich Furore gesorgt und einmal mehr bewiesen, dass diese Partei kein Interesse an ordentlicher Politik hat. Und auch kein Hirn, wie dieses Storchenvieh, das uns vorschreiben will, wem wir ein schönes neues Jahr wünschen dürfen und wem nicht.

Mal ganz abgesehen von diesem unverhohlenen Rassismus bleibt nämlich festzustellen, dass es sich hierbei um „Politiker“ handelt. Also Menschen, die (von uns!) dafür bezahlt werden, Reden zu schwingen und daher auch genau wissen, was sie da tun. Und selbst wenn ich diese dummen „Meinungen“ als solche gelten lassen würde, so muss ich diesen Volksverhetzern doch genau aus diesem Grunde jegliche Existenzberechtigung im deutschen Bundestag absprechen.

Wenn Politiker wissentlich so ein Scheiße von sich geben, dann muss es auch möglich sein, diese Nichtsnutze zur Hölle zu schicken. Und besonders diejenigen Besserwisser, die uns ständig einreden wollen, dass alle anderen Versager wären. Also weg damit!

SONDIERBARE GESTALTEN

Die Neubesetzung des Bundestages ist auch ein Thema, mit dem sich ab heute mal wieder ein paar Regierungswillige in Berlin beschäftigen werden. Mit dabei ist auch die CSU, die sich im Jahr ihrer Erneuerung schonmal für eine bürgerlich-konservative Wende stark macht. Also zumindest der Dobrindt, dieser karierte Inbegriff der Unfähigkeit, denn die anderen wollen im Herbst ja gewählt werden.

Dabei geht es wieder einmal weniger um die Sorgen der Bevölkerung, als um die Befürchtung, Bayern könnte zu restdeutsch werden. Denn bekanntermaßen erträgt es die gemeine Lederhose nicht, dass rechts von ihr noch jemand Platz genommen hat.

Und so dürfen wir also gespannt sein, mit welchen Mitteln uns die Weißwurscht-Brüder dieses Jahr in den Wahnsinn treiben wollen. Der Herr Seehofer hat die Parole ja schon ausgegeben: „Wir müssen uns verständigen“ sagt er, was man natürlich jederzeit von allen Politikern erwarten darf. Ob es bei dieser Verständigung eine Obergrenze gibt, bleibt aber abzuwarten.

LIEBET EUCH

Auch wenn ich am gestrigen Dreikönigstag mal wieder vergessen habe, die Sternsinger einzuladen, so gibt es doch noch eine frohe Kunde: Die Welt geht trotz aller Schwierigkeiten nicht gleich morgen unter. Es kann immer noch ein schönes Jahr werden, denn das gestaltet ja ein jeder nach seinen eigenen Wünschen.

Wer die Politik, Hass und Gewalt einfach mal ausblenden kann und sich statt dessen auf sein persönliches Umfeld konzentriert, auf Freunde, Familie und sein eigenes Wohlergehen, der wird sehen, dass das kleine Glück oft mehr bringt, als ständig gegen Wände zu laufen. Und so schreibe ich den diesjährigen Segensspruch eben selbst an meine Haustür: 20*L+O+V+E+18.

Wer aber weiter schaut und sich nicht nur mit dem eigenen Glück zufrieden geben will, der ist falsch bei der Liebe für jedermann. Denn Arschlöcher bekämpft man nicht mit Liebe, sondern mit Härte und schlagenden Argumenten.

Eine schöne Woche und gehabt euch wohl,

Papa Tom

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