Extrablatt: Liebevolle Tagesmutter für Sondierungspolitiker gesucht!

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FW-Steinmeier_Estonian Foreign Ministry_CC BY 2_0

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Bye bye, Jamaica. Sie haben’s tatsächlich in den karibischen Sand gesetzt! Und eigentlich ist es unfassbar, dass sich tatsächlich niemand finden lässt, der wirklich unser Land regieren will.

Nicht, dass wir groß was erwartet hätten von unseren Politikern, denn die Sturheit kennt dieser Tage ja bekanntlich keine Grenzen mehr.Und auch die Grundstimmung zwischen diesen Jamaika-Anwärtern war von Beginn an nicht unbedingt ideal. Andere – also die SPD – hatten schon von vornherein keine Lust. In jedem anderen Betrieb wäre diese Verweigerungshaltung ein Entlassungsgrund. In der Realpolitik aber wird dagegen wohl eher eine Diätenerhöhung kommen.

Aber es ist trotzdem eines der wenigen Male, dass ich unserem Bundes-Steinmeier recht geben muss, und das nicht mal zähneknirschend. Wir erwarten von unseren gewählten Lieblingsparteien natürlich zuerst einmal, dass sie sich für die Belange ihrer eigenen Wähler einsetzen. Klar. Aber gleichzeitig geht es auch um das ganze Land und selbstredend auch um die Wähler des politischen Gegners, allgemein auch Bürger genannt. Alles andere wäre doch recht egoistisch, um nicht zu sagen erdoganesk.

Und deshalb bin ich absolut mit unserem Bundespräsidenten, wenn er sagt, dass die sondierenden Parteien – und auch die SPD – ihre gebotene Verpflichtung gegenüber allen Bürgern schuldig geblieben sind:

„Wer sich um politische Verantwortung bewirbt, darf sich nicht drücken, wenn er sie in den Händen hält.“ (Frank-Walter Steinmeier)

Es kann nicht sein, dass plötzlich alle monothematisch werden und außerhalb ihres Wahlprogramms überhaupt keinen Konsens mehr finden wollen. Das machen die Bayern schon viel zu lange mit uns und auch die AfD fährt komischerweise gut damit, sich gänzlich anderen Themen und Ansichten zu verweigern.

Wir dürfen uns nicht wundern, dass die Welt immer weiter auseinander triftet, wenn ein jeder denkt, er komme zuerst. Wie mich dieses Was-auch-immer-First anwidert. So auch unsere Sondierer. Da denkt doch tatsächlich wieder mal jeder von sich, das Allheilmittel zu haben und durchsetzen zu müssen. Und wenn die anderen das doof finden, dann sind wir eben eingeschnappt wie die kleinen Kinder und verweigern uns dem Dialog.

Einmal mehr weiß ich nicht, was ich meinem kleinen Tom erzählen soll, wenn er herausfindet, die Politiker alles machen dürfen, was ich ihm in meinem Erziehungswahn alles verboten habe. Ich hätte ganz gerne eine erwachsene Bundesregierung! Und jetzt setzt euch wieder hin und repariert den Scheiß, den ihr verbockt habt! Denn nächstes Mal – ich schwör’ Alter – das nächste Mal wähl’ ich den Weihnachtsmann!

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr nächster Bundeskanzler, Papa Tom

 

Bild: © Estonian Foreign Ministry/Flickr.com, CC BY 2.0, news ticker added

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