Sankt Martin im Paradies 

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Sankt Martin Tom

Lesezeit: 2 Min.

Hallo zusammen. Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende und seid jetzt gut erholt.

Papa Tom war vergangenen Freitag zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder auf einem Sankt-Martins-Zug, was mich persönlich mehr bewegt hat als Tom, der eher damit beschäftigt war, immer kleinere Origami-Figuren aus seiner Laterne zu basteln.

Wenn man genauer über Sankt Martin nachdenkt, dann bleibt – ehrlich gesagt – gar nicht so viel in Erinnerung von ihm. Außer der Moral der Geschichte: Der gute Martin traf mitten im Winter einen unbekleideten Armen vor dem Stadttor und gab ihm die Hälfte seines Umhangs … .

Einen halben Umhang für einen Nackten im Winter! Danke Martin, sehr anständig! Danach ritt Martin übrigens weiter und ließ den Halbangezogenen im Schnee zurück.

Es heißt, Sankt Martin sei der Schutzheilige der Armen und Bettler, der Reisenden und Flüchtlinge. Eine Kombination, die in meinen Augen nicht immer ganz aufgeht. Da muss ich diese Woche nur einen Blick in die Paradise Papers werfen. Denn so wie es scheint, gehören reisende Flüchtlinge nicht zwingend zu den Armen und Bettlern. Denn während der Nackte mit seinem halben Umhang zuhause bleiben muss, reitet der Heilige in den paradiesischen Sonnenuntergang und kauft sich eben ein neues Gewand.

Aber im Ernst: Es juckt uns doch nicht mehr wirklich, ob nun die Queen dem Fiskus ihr Tafelsilber unterschlägt oder irgendein anderer beerbter „Familienunternehmer“ sein hart verdientes Geld in Sicherheit bringt. Wir haben uns schon längst an die Gangart gewöhnt: Hauptsache, das gemeine Volk bekommt nichts davon ab. Der Pöbel könnte ja auf die Idee kommen, das gute Geld für solche Spinnereien wie soziale Zwecke auszugeben. Wo kommen wir denn da hin?

Das Volk will Demokratie? Dann soll es dafür auch Steuern bezahlen! Und wenn ihr euch dann kein Brot mehr leisten könnt, fresst gefälligst Kuchen! (frei nach Papa Antoinette)

Unterstützung bekommt Sankt Martin dieser Tage auch von den Heiligen Wirtschaftsweisen. Die haben nämlich beschlossen, dass geregelte Arbeitszeiten auf die Müllhalde der Wirtschaftsgeschichte gehören. Die böse Digitalisierung erfordert nämlich unbedingt, JEDERZEIT für seinen Arbeitgeber tätig werden zu dürfen, nicht nur tagsüber! Wo kommen wir denn sonst hin?

Jaja, es ist schon ein vergiftetes Klima auf dieser Welt. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst stetig weiter. Und während die einen damit beschäftigt sind, ihr Geld vor der Welt zu retten, arbeiten die Retter der Welt mit Hochdruck an irgendwelchen Klimazielen, weil das anscheinend gut für die Umwelt sein soll.

Was dabei rauskommt, lässt dieser Tage nicht im Paradies, sondern im urigen Bonn auf der Weltklimakonferenz beobachten. Während die eingeflogenen Südsee-Bewohner lustige Musik auf Mangroven-Stämmen trällern und wir traurigen Herzens erfahren müssen, dass die Fidschi-Inseln schon jetzt absaufen, fordern unsere Umwelthelden, die ach so arme Autoindustrie  in Deutschland nicht gänzlich zu verdammen. Schließlich schaffen die ja Arbeitsplätze – nur halt leider nicht im Umweltsektor.

Und wieder mal weiß ich nicht, was ich meinem Sohnemann mal erzählen soll, wenn er mich fragt, warum wir eigentlich den ganzen Scheiß geglaubt haben, der uns ständig eingetrichtert wird. Vielleicht höre ich einfach mal auf zu glauben. Obwohl … , das habe ich ja schon längst!

An Weihnachten darf dieses Jahr übrigens auch keiner glauben – zumindest nicht, daß man da noch schnell ein Geschenk auf den letzten Drücker besorgen kann. Denn der Vierundzwanzigste wird ein Sonntag sein. Neiiiiiiiiiiin, Weltuntergang!

Wie konnten wir den heiligsten aller Abende auf einen Sonntag legen? Wie, haben wir gar nicht? Das kommt tatsächlich alle paar Jahre vor? Ach so! Und wann soll ich jetzt meine Geschenke kaufen, ihr verdammten Heiden?

Einen guten Start in die neue Woche wünscht euch

Euer Papa Tom

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