Glühwein marsch!

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Glühweinfass

Lesezeit: 3 Min.

Was für eine turbulente Woche. Oder wahlweise haarsträubend – je nach Blickwinkel. Und eigentlich reicht so ein Wochenende gar nicht aus, um sich wieder abzuregen. Aber zum Glück gibt’s ja wieder Glühwein und ich finde, damit lässt sich eigentlich alles ertragen. Prost Advent!

Glühwein #1

Der Glyphosat-Alleingang von Bundesagrarminister Christian Schmidt löst einfach nur noch Kopfschütteln aus. Wie kann eine der kleinsten Nummern in der Regierung so einfach den kompletten Apparat verarschen? Tritt Deutschland so glaubwürdiger auf, wenn das Agrarministerium dem seltsamerweise davon entkoppelten Umweltministerium eins auswischt?

Es geht hier ja erstmal gar nicht darum, ob Glyphosat krebserregend sein könnte, das glauben nämlich gar nicht so viele Studien wie behauptet. Es geht vielmehr um die Ellbogen, die gezielt zur Durchsetzung von Interessen benutzt werden, die wir nicht mehr einordnen können.

Fünf weitere Jahre Verlängerung für die „Testphase“ eines Pflanzenschutzmittels, das schon seit Jahrzehnten unser Unkraut killt. Da fragt man sich schon, was es noch weiter zu beobachten gibt, wo doch schon alles mit dem Label harmlos gekennzeichnet wurde.

Gute Lobbyarbeit geht ja bekanntlich so, dass keiner etwas davon mitbekommt. Das Problem ist nun also, überhaupt noch mitzubekommen, wer denn nun recht hat. Für den Normalverbraucher ist es extrem schwierig geworden, sich eine eigene Meinung zu bilden. Und schon jetzt ist das Vertrauen in die Wissenschaft massiv erschüttert.

An der Zerstörung des restlichen Objektivität arbeiten dann gleichzeitig noch munter die Chemtrailer, Flat-Earther und andere Verschwörungstheoretiker mit und die „volksnahe“ AfD verleiht dem ganzen Scheiß mit einseitiger Lügenpolitik noch einen Hauch von parlamentarischer Rückendeckung.

Schnell nochmal nachfüllen! Ein Schluck auf die armen Bienchen, die bei dieser Diskussion leider völlig untergehen … im wahrsten Sinne des Wortes.

Glühwein #2

Der Dieselgipfel offenbart darüber hinaus, wie wenig unsere Politiker noch die Hosen anhaben. Zur Eigensicherung verzichtet der deutsche Parlamentarier heutzutage ja gerne mal auf das eigene Rückgrad. Umso erstaunlicher ist es da, dass die Automobilindustrie – das Rückgrad der deutschen Wirtschaft – so vehement verteidigt wird.

Das ist wohl so eine Art Generalabsolution für mangelnden Weitblick. Und dass selbst unsere eiserne Kanzlerin das passive Verhalten der deutschen Autoindustrie kritisiert, ohne dass sich da Konsequenzen daraus ergäben zeigt eben leider auch, dass Eisen schneller rostet, als so manchem lieb ist.

Einer geht noch:

Glühwein #3

Wer will fleißige Politiker sehen? Der muss mal nach Berlin gehen! Dort wird aktuell geschachert und hinter verschlossenen Türen gemunkelt, wer denn nun unser Land regieren will. Und der Bürger denkt sich: Es ist doch scheißegal, gibt ja doch nix!

Ja, liebe Volksvertreter: Das Ziel ist zum Greifen nahe: Bald haben wir den Durchblick verloren, trauen eh’ keinem mehr zu, unsere Interessen zu vertreten und fügen uns dem unvermeidlichem  Schicksal. Dann könnt’ ihr machen was ihr wollt, ohne dass es den Steuerzahler interessiert. Ich befürchte nur: Das gibt dann erst recht keinen….

Bitte noch einen mit Schuss!

Glühwein # 4

Ein charmant-groteskes Stück Immigrationsgeschichte lieferte dafür der frischgebackene Boxweltmeister Manuel Charr, bei dem man auch nach tagelanger Diskussion noch immer nicht so recht weiß, für welches Land er den Titel nun gewonnen hat.

Erst für Deutschland gewonnen, dann doch eingewandert und den Passantrag verschlampt, und sich am Ende bei einem Volk entschuldigt, das die ganze Geschichte gar nicht interessiert. Weil es eigentlich scheißegal ist, wo du herkommst Manuel! Box doch einfach! Das kling mir eher nach vorauseilendem Gehorsam, bevor sich die Wutbürger wieder echauffieren. Juckt also keinen 🙂

Aber immerhin ein besseres Thema, als sich ständig über unsere fehlende Regierung aufzuregen. Deshalb weiter mit Entspannung:

Glühwein # 5 – 8

Die schönste Zeit des Jahres hat begonnen, die Adventszeit. Anders wären die Glühwein Nummer 5 – 8 wohl auch völlig deplatziert. So ein Glühweinstand ist in der Tat die perfekte Rettungsinsel bei Shopping-Burn-Out oder als Fluchtpunkt vor dem weltlichen Wahnsinn. Deshalb sollten wir jede freie Minute dort genießen. Wir sehen uns also dort.

Bis dahin eine schöne Woche,

Euer Papa Tom

PS: Falls ihr zuhause gerne euren eigenen Weihnachtsmarkt veranstalten wollt, hier ein paar leckere Grundrezepte, die ich euch wärmstens für die Weihnachtsbäckerei empfehlen kann. Der Punsch verträgt übrigens auch einen guten Schuss Rum 🙂

Bratapfelpunsch und Plätzchen aus der Weihnachtsbäckerei

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