WTF? – Ein H&M-Pulli spaltet die Welt

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Ein H&M-Pulli spaltet die WELT

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Es war mal wieder eine dieser Wochen, in denen einfach zu viel und gleichzeitig auch zu wenig passiert. Überall auf der Welt brennt es in irgendeiner Form und doch hat man das Gefühl, dass die Räder gerade still stehen. Also, zumindest bei uns hier. Und deshalb darf sich auch niemanden wundern, wenn das Gesprächsthema Nr. 1 plötzlich ein H&M-Pulli ist.

Das Hirn schaltet ab

Vielleicht liegt es ja daran, dass wir uns schon zu sehr an diese betriebsame Ruhe im politischen Alltag gewöhnt haben. Läuft ja auch ohne Regierung. Und wenn jetzt ganz überraschend ein „Sondierungserfolg“ eingetreten ist, so heißt das noch lange nicht, dass daraus schnell etwas Gescheites erwächst. Aber zumindest hat es sich jetzt aussondiert und das ist doch schon viel wert!

Wenn sich denn im Zentrum der Macht schon kaum etwas bewegt, dann schauen wir Untertanen gerne auf das restliche Weltgeschehen und grausen uns angesichts dessen, was da so abgeht. Das liest sich nämlich wie ein schlechter Krimi. Einer, der so unglaublich überladen daher kommt, dass unser Hirn gänzlich damit überfordert ist. Zu viele Bösewichte überall. Zu viele Handlungsstränge, die irgendwie zusammengehören, trotzdem nie zusammenlaufen und so auch die Handlung nicht entscheidend voran bringen.

Wenn das Hirn dann dichtmacht, weil es sich an zu vielen schlechten Nachrichten überfressen hat, dann braucht der Mensch etwas einfaches, mit dem er sich beschäftigen kann. So etwas wie einen Groschenroman. Denn da stimmt das Weltbild noch.

Krimi-Zeit

Diese Woche hatte tatsächlich vieles, was man sonst nur von zumeist schlechten Filmen kennt: die wiederholte Erpressung eines Paketdienstes, die Sprengung eines Pädophilenrings, einen Millionenraub im Luxushotel oder neue Rekordwerte bei der Ausbildung deutscher Kindersoldaten.

Filmpreise gab’s dagegen nur für die anspruchsvolle Kost: Fatih Akin gewinnt nach dem Golden Globe für „Aus dem Nichts“ nun auch noch den Critics‘ Choice Award und sieht nun dem nächsten deutschen Oscar entgegen. Wenigstens ein Lichtblick!

Daneben aber herrscht der Groschenroman, über den es sich so herrlich tratschen lässt. Das erste Kapitel schreibt heuer die altehrwürdige Catherine Deneuve, die so gerne „in Freiheit belästigt“ werden möchte, dass man gar nicht weiß, ob das jetzt ein moralischer Fauxpas oder doch nur ein sexuell-vernachlässigter Hilfeschrei war.

Kapitel 2: Donald, „the one and only“ Potus, lässt uns wieder an seiner wohlwollenden Weltsicht teilhaben und erklärt uns mal kurz, was Drecksloch-Länder sind. Das sind im Grunde genommen alle, außer den netten Vereinigten Staaten und Norwegen. Mal sehen, wie lange noch liebe Norweger. Wenn ihr jetzt nicht massenhaft emigriert, steht ihr bald auch auf der schwarzen Liste 🙂

#Pulligate

Den unrühmlichen Höhepunkt der Woche bildet dann eine völlig blödsinnige Unaufmerksamkeit einer schwedischen Modekette. Warum auch die Schweden nicht in die USA dürfen, versteht hiernach keiner, wo doch die Message genau nach Donalds Geschmack sein dürfte: Schwarze sind eben doch nur Affen.

Vielleicht wäre die Nummer tatsächlich als Dummheit abgetan worden. Wenn nicht so mancher alternativer Geselle (wie zum Beispiel die WELT) dem berechtigten und erwartbaren Aufschrei mit kruden Gegenargumenten begegnen wollte. Rassist sei demnach, wer Rassistisches kritisiert. Aha.

Und während wir hier streiten, wer denn jetzt beleidigt sein darf, brennen genau dort, wo die Leute allen Grund dazu haben, die Hütten – beziehungsweise die H&M-Filialen …

Kommt wenigstens ihr gut in die neue Woche,

euer Papa Tom

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