Es wird spannend: Die Rebellen kommen!

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Reichstag Rebellen

Lesezeit: 4 Min.

Sorry, da habe ich doch glatt schon in der Überschrift gelogen. Es war wirklich keine spannende Woche und auch die kommenden werden wohl nicht besser werden. Das liegt zum einen am Dschungelcamp, das uns Nichtschauer wieder mal zwingt, sich mit dem allergrößten Bullshit zu befassen, zum anderen aber auch an der Never Ending Story über die Sondierungsverhandlungen, denen mit größter Wahrscheinlichkeit auch quälende Koalitionsverhandlungen folgen werden.

Selbst wenn sich unsere geliebten GroKo-Parteien am heutigen Sonntag tatsächlich auf irgendetwas einigen können, bleibt es wahrscheinlich doch der gleiche Mist wie früher – also damals, als die GroKo noch regiert hat. Woher soll die Hoffnung dann auch kommen?!

Good bye Wochenrückblick

Ursprünglich war der Plan für diesen Blog ja, mich höchstens einmal pro Woche mit der großen Politik auseinander zu setzen. Ich möchte euch ja nicht langweilen, sondern anregen. Aber heutzutage geschieht einfach viel zu vieles gleichzeitig auf dieser Welt – im Großen, im Kleinen, im In- und Ausland, im Hier und Jetzt.

Natürlich lohnt es sich immer, über alles informiert zu sein und mitreden zu können, ohne Frage! Wenn man sich aber ausführlich mit dem Weltgeschehen beschäftigen will, dann kostet das auch richtig viel Zeit. Es sei denn, man liest nur die Überschriften. Aber das ist ein anderes Thema 🙂

In Zeiten von Fake News und der Lügenpresse ist es tatsächlich sehr schwierig geworden, sich eine eigene Meinung zu bilden, ohne sich auf die BILD-Zeitung verlassen zu müssen (kleiner Scherz). Ich ertappe mich zum Beispiel oft dabei, wie ich jede beschissene Meldung auf drei, vier anderen Medienseiten nachrecherchiere, um wenigstens halbwegs nachvollziehen zu können, was denn wirklich passiert ist. Und wenn ich ehrlich bin, dann nervt mich das mittlerweile tierisch.

Da dieser Blog jedoch so viel mehr sein soll als ein politisches Klagelied, und ich mich auch nicht als Berlin-Korrespondent verstehe, habe ich beschlossen, meinen Wochenrückblick etwas reduzierter zu gestalten. Statt dessen möchte ich mir lieber ein, zwei Themen herauspicken, die mich in der vergangenen Woche besonders bewegt haben und darauf rumhacken. Und in dieser Woche war das der Auftritt von Juso-Chef Kevin Kühnert bei der lieben Maybrit Illner.

Kinder an die Macht!

Nicht, dass ich irgendetwas mit seiner schlingernden Partei am Hut hätte, aber es imponiert doch, diesem jungen Rebellen zuzuschauen, wie er kurz mal den politischen Betrieb aufmischt. Und das mit einer einfachen Forderung: Hört auf, euer Rückgrat zu verbiegen und steht endlich wieder zu euren Idealen. Verständlich, dass die altgedienten Dinosaurier darauf allergisch reagieren. Wer hört sich schon gerne seine eigenen Fehler an!?

Der junge Mann führt uns mit seinen 28 Jahren genüsslich vor Augen, dass die alte Garde ausgedient hat. Wir wollen etwas ändern? Dann müssen wir auch bereit sein, Opfer dafür zu bringen. Auch wenn das bedeutet, die nächsten Jahre nicht zu regieren. Den Rest erledigt die Demokratie ganz von selbst!

Damit steht er stellvertretend für eine junge Generation, die nicht mehr Willens ist, einfach so weiter zu machen, wie es die letzten 30 Jahre üblich war. Denn das hat uns dahin geführt, worüber wir heute rumheulen: ein Leben, das nur noch dem wirtschaftlichen Aufschwung dient und Börsenkurse, die über unsere „sozialverträgliche“ Entlassung entscheiden.

Die jungen Rebellen, die eigentlich unsere Zukunft sein sollen, wollen mitreden dürfen, wenn es um ihre Zukunft geht, um ihre bis dahin nicht mehr existente Rente, um die beschissene Bildungspolitik und noch viel beschissenere Gehälter, explodierende Lebenshaltungskosten, einen ausgepressten Planeten und allerlei Verbote, die es zu Zeiten der Dinosaurier allesamt nicht gab.

Brave new world?

Nein, liebe Polit-Dinos, ihr habt uns Menschen runtergewirtschaftet und die Schätze unserer Länder an gierige Egoisten verhökert. Ihr schämt euch nicht, das Elend der Welt mit Panzern zu beliefern und bei den kleinsten Problemen einfach wegzuschauen. Ihr hinterlasst euren Kindern verbrannte Erde und leere Sozialkassen und es ist euch einfach scheißegal. Denn es wird euch sowieso niemand zur Verantwortung ziehen. Und wenn die Kacke irgendwann mal richtig dampft, dann habt ihr schon längst ins Gras gebissen. Nach euch die Sintflut!

Man könnte jetzt einwenden, dass es mit dieser Jugend und ihrer Spaßgesellschaft ja gar nicht so weit her ist. Dass die eh nur Blödsinn im Kopf haben und so weiter. Das mag sicherlich oft zutreffen. Aber was das Jungvolk so sympathisch macht, das ist ihre Aufgeklärtheit über den Wert des Lebens, den ihr nie wirklich verstanden habt. Und ganz nebenbei: Wer hat sie denn so erzogen? Wart das nicht ihr?

Eure Kinder sind in einer Welt groß geworden, die kaum noch Grenzen und Kriege kannte. In der Hautfarbe und Glauben nichts, aber auch gar nichts mehr zählte. In einer Gesellschaft, die sich aufmachte, auch noch die letzten Missstände auf diesem Planeten zu beseitigen. Die deutsche Wende war tatsächlich auch ein guter Anfang. Doch dann kam der Ausverkauf und die hehren Vorsätze waren dahin.

All das habt ihr zugelassen, aktiv befeuert oder einfach unter den Tisch gekehrt. Frei nach dem Motto: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?“. Und von daher darf sich niemand wundern, wenn die Jungen jetzt aufstehen und euch (un)höflich bitten, die Bühne zu verlassen. Denn wenn wir ehrlich sind, dann habt ihr total verkackt und es wird uns eine Freude sein, auf eure Gräber zu pinkeln.

Liebe Jugend, es wird Zeit, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Ihr seid fortschrittlicher und besser ausgebildet als jede andere Generation vor euch und ich weiß, ihr habt das Herz am richtigen Fleck. Deshalb muss ich als Kölner an dieser Stelle sagen: Arsch huh un Zäng ussenander. Es ist eure Welt, rock it!

Eine schöne Woche wünscht euch

Papa Tom

 

Titelbild: Reichstag © Kevin Gessner/Flickr.com (CC-BY 2.0) composed

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